Ein Virus als Treiber für die Digitalisierung in Deutschland?

„Digitalisierung verändert alles“ – dieses Narrativ wiederholen Politik, Wirtschaftsverbände und eine Vielzahl weiterer mittelstandsnaher Experten und Vordenker gebetsmühlenartig seit Jahren. Doch selten hat ein einziges Ereignis so deutlich die Notwendigkeit von Veränderung zum Ausdruck gebracht wie der Ausbruch der Corona-Pandemie.
Markus  Friedel
Markus Friedel
30.09.2020

Die Abhängigkeiten von global verteilten Lieferketten für die eigene Wertschöpfungskette und von Vertriebskanälen, die ausschließlich auf menschlicher Interaktion basieren, wie beispielsweise dem Direktvertrieb, sind enorm.

Nicht zuletzt wird dadurch die immense Bedrohung existierender Geschäftsmodelle deutlich, welche rein auf dem transaktionalen Verkauf physischer Produkte basieren. Wenn allerdings ein solches physisches Produkt weder hergestellt noch geliefert werden kann, existieren auch keine Einnahmequellen.

In unserer heutigen vernetzten und digitalen Welt ist es auch für den deutschen Mittelstand unerlässlich, sich mit Innovation rund um digitale servicebasierte Geschäftsmodelle und nutzerzentrierte Wertversprechen auseinanderzusetzen. Die Ereignisse rund um die Corona-Pandemie haben verdeutlicht, wie wichtig es ist, die eigenen Geschäftsmodelle mit digitaler Wertschöpfung und Mehrwertdiensten anzureichern und damit unabhängiger von physischen Verkäufen zu werden.

Natürlich liegt seit Monaten alles Augenmerk und alle Anstrengung auf die Eindämmung der akuten Krise. In der Aufarbeitung nach dem (hoffentlich baldigen) Ende der akuten Pandemie dürfen wir aber nicht auf eine Rückkehr zu alten Verhältnissen hoffen.

Wir müssen endlich den Umbau unserer alten industriellen Geschäftsmodelle für die digitale Gegenwart angehen. Die Versäumnisse der letzten Jahre wurden schonungslos aufgedeckt. Also, lieber Mittelstand: Aufstehen, Krönchen richten und die Veränderung aktiv angehen.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Markus Friedel