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Akzeptieren Sie den Wandel - Interview Teil 1

Thomas Hemmer - 13.05.2019

Thomas Hemmer arbeitet, kämpft und streitet für die erfolgreiche digitale Transformation des produzierenden Mittelstands. Seit Oktober 2006 ist er Mitgründer und Chief Technology Officer der conplement AG. Dort verantwortet er heute den Bereich Research and Product Development. Mit seinen Kollegen unterstützt er Unternehmen beim Erkennen und Realisieren des Potentials der Digitalisierung. In vorherigen Stationen war er lange als Experte für Software Engineering und digitale Technologien tätig. Schwerpunkte seiner Arbeit waren dort effektive agile Methoden, Technologie- und Innovationsmanagement. Lesen Sie in unserem Interview, was er zum digitalen Wandel zu sagen hat. 

Frage: Wie verändern sich Geschäftsmodelle durch die Digitalisierung?

Seit über vierzig Jahren tobt die Digitalisierung in mehreren Wellen durch unsere Gesellschaft. Diese begann spätestens 1971 mit dem Intel 4004 Mikroprozessor. Die ganze IT-Branche und Digitalelektronik sind daraus entstanden. Allerdings ist durch die letzte Welle an digitalen Durchbruchsinnovationen das gesamte Ausmaß der Veränderung erst deutlich geworden. Die Digitalisierung schickt sich an, alles zu verändern: Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur. Mittlerweile ist klar, dass die Digitalisierung eine epochale und eine schnelle Veränderung ist, die nahezu alle Geschäftsmodelle erfasst. Vom Unternehmer ist ein neues Denken über das Wertversprechen zum Kunden gefordert. Neue Kanäle zum Kunden sind zu finden und zu besetzen. Neue Monopole und Oligopole sind bereits entstanden. Es gibt ganz neue Möglichkeiten, sich zu differenzieren und Kundennutzen zu monetarisieren.

Sanduhr

Dafür wird für einige die bisherige Differenzierung quasi über Nacht obsolet. Denken Sie nur an die Automobilindustrie. Nehmen Sie nur den Verbrennungsmotor raus und auf einen Schlag bricht die Welt für einige Hersteller und Zulieferer in Scherben, die sich noch vor kurzem in souveräner Marktposition wähnten. In der dritten Reihe stehen dann Maschinenhersteller, die bis zu 80 Prozent ihres Umsatzes mit Autoherstellern und -zulieferern machen. Da können wir in Deutschland Disruption unter dem Brennglas verfolgen. Das alles passiert unter anderen Kostenstrukturen und Wertschöpfungsketten bei stark verändertem Konsumentenverhalten. Kurzum: es verändern sich sehr viele Elemente der Geschäftsmodelle gleichzeitig.

Frage: Was unterscheidet die digitale Transformation von einer klassischen Business-Transformation?

Rational betrachtet ist die digitale Transformation einfach nur die erforderliche Reaktion der Unternehmen auf die Disruption - also die rasche, entscheidende Veränderung – durch Innovationen auf Basis von digitalen Technologien. Das wird den aktuellen und anstehenden Veränderungen allerdings nicht gerecht. Wenn die ganze Welt die Tür zu einer neuen Epoche aufstößt, sind Vergleiche nicht banal. Außer der Industrialisierung und der darauffolgenden Gründerzeit von etwa 1750 bis 1880 gibt es keine vergleichbare Analogie in der Wirtschaftsgeschichte. Nahezu alle Unternehmen in allen Branchen werden weitgehend zeitgleich mehrere Kernelemente ihres Geschäftsmodells entscheidend verändern. Die Unternehmer müssen dabei in einem Umfeld größter Unsicherheit experimentell vorgehen. Es gibt keine Patentrezepte für diesen Wandel. Dieses "VUCA"-Umfeld (Kürzel für Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiquity) erfordert eben auch noch eine andere Organisations- und Entscheidungskultur von Unternehmen.

Frage: Wie genau verändert die Digitalisierung den Markt, die Kunden und die Wertschöpfung?

Ja, das ist sie – die Frage nach dem „Stein der Weisen“. Eine universalgültige Antwort auf diese Frage macht über Nacht reich und berühmt. Leider habe ich nur Teile der Antwort. Eine Charakteristik der Veränderung habe ich bereits genannt: die Zeit. Die unheimlich hohe Geschwindigkeit verursacht diesen hohen Veränderungsdruck in Unternehmen. Dann sind natürlich die marktseitigen Aspekte des Geschäftsmodells am meisten betroffen: Kundensegmente, Vermarktungskanäle, Kundenbeziehungen, das eigene Wertversprechen und die Differenzierung zum Wettbewerb. All das verändert sich.

Frage: Wie weit ist die Digitalisierung aus Ihrer Sicht schon fortgeschritten?

Diese Frage höre ich oft mit dem Unterton „wann ist es endlich vorbei?“. Je nach Branche und Region haben wir teilweise seit Jahrzehnten Digitalisierung und das wird auch nicht wieder aufhören. Letztendlich beenden wir das Zeitalter der globalisierten Industrialisierung und beginnen die globalisierte Digitalisierung. Die Vordenker dieser Entwicklung und ihrer Auswirkungen auf Gesellschaft und Weltordnung lesen sich ein bisschen wie Jules Verne oder die Utopien des 19. Jahrhunderts. Ich denke, es ist spürbar und plausibel, dass wir mitten in großen Veränderungen leben. Für neugierige Optimisten sind das spannende Zeiten.

Sie wollen wissen wie es weitergeht? Lesen Sie am 6. Juni 2019 auf unserem Blog den zweiten Teil des Interviews mit Thomas Hemmer. Für alle, die noch mehr die noch mehr zur Digitalisierung wissen wollen und neugierig sind, wie sich diese zielführend gestalten lässt: Lesen Sie jetzt das Whitepaper von Simon Diegmann (Agile Innovation Coach bei der conplement AG) zum Thema "Mit Virtuellen Startups gegen Innovationstheater".

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