André Höfler über New Work

New Work ist in aller Munde. Das wurde am siebten März 2019 auch in Hamburg wieder deutlich. Ein Teil der sogenannten „New Work Bewegung“ traf sich dort auf der New Work Experience von XING. Knapp 2000 Menschen der Mission, die Arbeitswelt von morgen zu verändern. Doch was versteckt sich hinter dem vermeintlichen Trendbegriff eigentlich?
André Höfler
André Höfler
20.03.2019
Arbeiten im Zeichen der Digitalisierung

Bei New Work geht es hauptsächlich darum, sich auf die Globalisierung und Digitalisierung einzustellen und unsere Arbeitswelt dafür zu adaptieren. Diese Herausforderungen sind nicht mehr nur rein technisch und prozessual. Es handelt sich vielmehr um adaptive Herausforderungen, die uns als Mensch und Individuum betreffen. Der Neurobiologe und Autor Gerald Hüther bezeichnet den aktuellen Entwicklungsschritt der Menschheit als ähnlich einschneidend wie das Sesshaftwerden. Klar ist: Es wird sich etwas verändern und zwar radikal. Nur was und wie genau werden wir erst in einigen Jahren erfahren.

Schritt für Schritt

Mich persönlich erinnert das stark an unsere agilen Software-Projekte. Die Vision und ein grobes Bild sind zu Beginn vorhanden. Doch das exakte Produkt entsteht erst Schritt für Schritt. Hier wird die Komplexität dieses Themas ersichtlich. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem unser maschinelles Denken an seine Grenzen gekommen ist. Es wird immer wichtiger, den Blickwinkel auf unsere Systeme beziehungsweise Organisationen zu ändern. Die Natur hat die letzten Millionen Jahre so viele Hindernisse evolutionär gelöst. Wieso nicht dieses Wissen nutzen und das System mehr als Organismus betrachten?

Blick in die Zukunft

Sicher ist: Wir werden in Zukunft Menschen benötigen, die kooperativ und kreativ sind. Daher wird der Wandel nicht nur Einfluss auf die Arbeitswelt, sondern auch auf das Bildungssystem haben. Das Fördern und Nutzen der individuellen Stärken jedes Einzelnen gewinnt in Zukunft an Bedeutung. Auch das gemeinsame Lösen von Herausforderungen als Gruppe wird immer essentieller werden. New Work schreibt Menschlichkeit und Individualität groß, was mich persönlich sehr zuversichtlich stimmt.

Die Digitalisierung und Globalisierung haben auch Einfluss auf unsere Infrastruktur. Denn durch starke Vernetzung, Plattform-Ökonomie und Co. kommt einiges auf uns zu. Doch sind wir darauf vorbereitet? Die Missstände hinsichtlich Infrastruktur in unserem Land und ganz Europa sind bekannt. Jetzt liegt es an uns allen, diese zeitnah anzugehen. Zusammengefasst geht es bei New Work darum in Zukunft die Arbeit noch mehr als Gestaltungsakt zu sehen. Es ist wichtig, Raum und Impulse für Begegnungen zu schaffen, um dem Wunder Mensch die Möglichkeit zu geben, sich frei entfalten zu können. Denn nur so können wir die Probleme der Zukunft lösen.